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„SMGW ist Nährboden und Wurzel für neue Geschäftsmodelle“ - Digitales smartOPTIMO Forum Netz & Vertrieb: Lebendiges Live-Format

„Findet Verbündete, baut ein Boot, macht euch auf den Weg und hebt den Schatz!“ So lautete die vielleicht wichtigste Botschaft vom diesjährigen smartOPTIMO Forum Netz & Vertrieb an die Stadtwerke im Netzwerk. Verkünder des Appells war Carsten Tessmer vom Beratungshaus Ernst & Young in seiner Status-Quo-Analyse zum Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) in Deutschland. smartOPTIMO-Geschäftsführer Gastgeber Dr. Fritz Wengeler nahm diesen Ball in seinem Schlusswort auf: „Wir haben die Vorbereitungen getroffen, wir schauen in der Gemeinschaft von über 80 Stadtwerken nach vorn. Die Wege sind geebnet, let’s go!“

Mitarbeiter, die beim Forum Netz und Vertrieb 2021 hinter den Kameras stehen und einen Vortrag halten
Übertragung der Videoaufzeichnung eines Podcasts
Aufnahme eines Podcasts mit zwei Personen

„Der iMSys-Rollout steht noch am Anfang“, stellte Carsten Tessmer in seinem Eröffnungsvortrag fest. Weniger als 30 % der Unternehmen befänden sich aktuell schon aktiv im Rollout. Aber der Markt sei sich des Geschäftspotenzials smart-meter-basierter Mehrwertdienste sehr bewusst. Um voranzukommen riet der Senior Manager bei EY den Stadtwerken, sich auf Kundenbedürfnisse zu fokussieren, die Komplexität ein Stück weit auszublenden und einfach anzufangen. „Für attraktive Produkte geben die Kunden auch Geld aus. Das Smart Meter Gateway ist Nährboden und Wurzel für neue Geschäftsmodelle.“

Dauergesprächsthema: Neues aus der Gesetzgebung

Höchste Aufmerksamkeit ist stets Jan-Hendrik vom Wege von Becker Büttner Held gewiss, Stammgast beim Forum Netz & Vertrieb, wenn er über die jüngsten rechtlichen Entwicklungen berichtet. Er verwies auf die Formulierung im Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung, der eine erhebliche Beschleunigung des iMSys-Rollouts ankündigt. Genügend Spannung und To-Dos beinhalten aber auch schon die MsbG-Novelle und jüngste BSI-Initiativen. Alle schon zertifizierten Smart Meter Gateways müssen nach der neuen Technischen Richtlinie TR-03109-1 V1.1 neu zertifiziert werden. Voraussichtlich im Januar 2022 werde es eine neue Marktanalyse geben – mit nachfolgender Marktverfügbarkeitserklärung. Die Spannung wird hier hochgehalten. FFVAV und Heizkostenverordnung sind zwei von mehreren weiteren gesetzgeberisch gepushten Themen, die nun nach Antworten verlangen. Eine Anbindungspflicht für Submeter an das Smart Meter Gateway bestehe bislang nur im Kontext des Liegenschaftsmodells bei Bündelung mit der Heizenergiesparte. Eine generelle faktische Anbindungspflicht könnte sich ergeben, wenn der Gesetzgeber auf Einhaltung von noch zu definierenden Schutzprofilen und Technischen Richtlinien drängt – was zu vermuten sei.

Gelungene Podcast-Premiere mit Timo Eggers

Als überaus belebendes Format entpuppten sich die Podcasts mit Timo Eggers in der neuen Reihe Utility 4.0 meets smartOPTIMO – lockere und zugleich tiefgründige „Sofagespräche“, bei denen die Gäste von Timo Eggers auch persönliche Seiten zeigen dürfen und sollen. Henning Karl, Geschäftsführer der ENERVIE Service GmbH, und Theo Waerder, Werkleiter des Zweckverbandes Wasserversorgung Eifel-Ahr, berichteten quasi aus erster Hand über die verheerenden Folgen der Flutkatastrophe im Ahrtal und benachbarten Regionen in Rheinland-Pfalz und NRW – Gänsehautmomente inklusive. Bemerkenswert: Das Unglück löste in der Versorgungswirtschaft eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft für die betroffenen Versorger aus. Sebastian Jurczyk, seit zwei Jahren Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, andererseits gewährte Einblick in seine private und berufliche Prägung, was er bei den Stadtwerken Münster vorhat, wie er die Pläne umsetzen möchte, und was die Energiewende mit dem Verlassen von Komfortzonen zu tun hat. Für beide Podcasts gilt: Prädikat sehens- und hörenswert!

Blick in die fachliche Praxis

Eine weitere gelungene Premiere beim smartOPTIMO Forum Netz & Vertrieb stellte die begleitende digitale Messe dar. Mit virtuellen Messeständen waren die Firmen aktiver EMT, EMH Metering, Greenpocket, items, Kugu, Next Level Integration, PPC, Reisewitz, Swistec, Theben und varys dabei. Beim Besuch der Messestände präsentierten sich die Firmen und Ansprechpartner/innen einerseits in Wort und Bild. Per Maus-Klick konnte man persönliche Video-Chats starten – fast wie auf einer Präsenzmesse.

Fachlich ans Eingemachte ging es – wie stets – in den parallelen Fachforen für die Marktrollen Netz und Vertrieb. So konnte man auf der Netzseite etwas darüber erfahren, wie die Stadtwerke Bielefeld in der Praxis smarte Verteilnetze aufbauen und welche Chancen in der 450-Mhz-Funktechnologie für die Energiebranche liegen. Im Themenblock Vertrieb wurde darüber berichtet, wie die Stadtwerke Münster und Osnabrück gemeinsam ökologische Innovationen auf einer Plattform bündeln. Hoch interessant auch der gemeinsame Vortrag von EnergieServicePlus GmbH / LEG und smartOPTIMO über den Messstellenbetrieb in der Wohnungswirtschaft und ein gemeinsames Mieterstromprojekt in Münster. Über beides wird weiter zu berichten sein.

Fazit: eine lohnende Veranstaltung mit bereichernden Inhalten! Erstmals im Streaming-Modus präsentiert, gelang gegenüber der ersten virtuellen Ausgabe des Forums Netz & Vertrieb auch technisch ein Quantensprung. Trotzdem herrschte Einigkeit: Das nächste Treffen, am 1. Dezember 2022, soll doch bitte wieder komplett physisch im Factory-Hotel in Münster stattfinden.

smartOPTIMO Forum Netz & Vertrieb am 25. November 2021: Orientierungshilfe beim Digitalisieren der Energiewende

Beim digitalen smartOPTIMO Forum Netz & Vertrieb am 25. November 2021 erwartet Teilnehmende ein Programm mit besonderen Highlights: Hochkarätige Sprecher, erstmals zwei Podcasts und eine digitale Ausstellung. Einer der Headliner wird der Vortrag von Mathias Kaniut sein, Director Energy beim Beratungshaus EY und Mitautor des BMWi-Gutachtens „Digitalisierung der Energiewende“. Vielversprechender Titel: „Die digitale Insel der Glückseligkeit – mit dem Smart Meter Gateway in die Zukunft“.

Publikum hört gespannt einem Vortrag zu

In einer Marktphase, da der Rollout intelligenter Messsysteme (iM) an der kritischen Schwelle zum Massenprozess steht, ist Orientierung wichtiger denn je. Umso wertvoller, dass mit Mathias Kaniut als enger Berater des BMWi ein absoluter Experte den Stadtwerken Tipps geben kann. Kaniut wird u.a. Stellung beziehen zu Themen wie Kostenrahmen und Nutzen der iM sowie notwendige Kooperation. Sein Credo: „Der Rollout intelligenter Messsysteme wird für all jene Unternehmen zur Erfolgsgeschichte, die ihre Kosten und Prozesse im Griff haben und sich mutig an den vielfältigen Chancen der Digitalisierung orientieren.“

Darüber hinaus bietet das Programm etliche weitere Highlights. So referiert der Spezialist für Energierecht, Jan-Hendrik vom Wege von Becker Büttner Held, über „Rechtssicherheit beim Steuern und Schalten über das SMGW“. Wie immer bietet smartOPTIMO jeweils zwei parallele Themen-Blöcke für Akteure der Marktrollen Netz und Vertrieb an.

Podcast-Premiere mit Timo Eggers

Gespannt sein darf man auf eine Premiere beim Forum Netz & Vertrieb: Der branchenbekannte Blogger und Podcaster Timo Eggers (Quantum GmbH) präsentiert in der Reihe Utility 4.0 meets smartOPTIMO zwei Podcasts. Im ersten Teil spricht er mit Henning Karl, Geschäftsführer der ENERVIE Service GmbH, und Theo Waerder, Werkleiter des Zweckverbandes Wasserversorgung Eifel-Ahr, über „Seuchen und Katastrophen als Beschleuniger für die Energiewende“. Im zweiten Podcast sind Sebastian Jurczyk, Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, und Manfred Ackermann, Geschäftsführer der Stadtwerke Emden, seine Gäste. Titel: „Unsere Zukunft beginnt jenseits unserer Komfortzone – Zeit aufzubrechen!“

In so ausgeprägter Form ebenfalls neu bei der Online-Version des smartOPTIMO Forum Netz & Vertrieb ist die digitale Messe. Als Partner an Bord sind die Firmen aktiver EMT, EMH Metering, Greenpocket, items, Kugu, Next Level Integration, PPC, Reisewitz, Swistec, Theben und varys. Für den Besuch der digitalen Messestände sind zwei exklusive Zeitfenster eingeplant.

Alle Details finden Interessierte > hier. Auch Nicht-Mitglieder des smartOPTIMO-Netzwerks sind beim Forum Netz & Vertrieb willkommen!

smartOPTIMO forciert den fachlichen Austausch im Netzwerk: Kooperation und Kommunikation unter Stadtwerken wichtig wie nie

Das Ende der Vorbereitungsphase auf den Massen-Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) rückt näher. Doch einfacher geworden ist die Aufgabe für Stadtwerke und Energieversorger nicht. Je detaillierter das Zielbild und die Prozesse der dekarbonisierten und dezentralisierten Energieversorgung mit dem Smart Meter Gateway (SMGW) als Herzstück ausdefiniert und realisiert werden, desto stärker wächst bei allen Marktakteuren die Erkenntnis, dass es ohne Kooperation nicht geht. „Die Herausforderungen erweisen sich in der Praxis als so vielschichtig und ihre Bewältigung erfordert so viel Know-how, Manpower und Investment, dass kaum ein Versorgungsunternehmen in der Lage ist, sie allein zu schultern“, sagt Dr. Fritz Wengeler, Geschäftsführer der smartOPTIMO GmbH & Co. KG. So erklärt sich, dass das Stadtwerke-Netzwerk weiterwächst. Inzwischen haben sich deutschlandweit mehr als 80 kommunale Versorger dem Bündnis angeschlossen. Folgerichtig baut smartOPTIMO auch das Kommunikations- und Informationsangebot für die Netzwerkmitglieder kontinuierlich aus.

Der iMSys-Rollout ist zwar schon gestartet, aber Probleme beim Feintuning der Basisprozesse insbesondere im Zusammenspiel von GWA- und Backend-Software sorgen immer wieder für Herausforderungen. Ungeachtet dessen wächst der Druck, schon bald auch Geschäftsprozesse wie das Steuern von dezentralen Erzeugungsanlagen, Ladesäulen, Stromspeichern und Wärmepumpen und Anwendungen wie das Submetering über das Smart Meter Gateway abzuwickeln. Parallel muss die Branche mit immer wieder neuen und sich ändernden Anforderungen klarkommen. So warten etwa zum 1. April 2022 umfangreiche Änderungen in der Marktkommunikation auf die gesamte Branche. Ein Schmerzpunkt ist auch der Fachkräftemangel, der beim iMSys-Einbau zum Flaschenhals zu werden droht.

„Wir können es nur gemeinsam schaffen“

„Bündelung der Kräfte ist das Gebot der Stunde“, resümiert Dr. Fritz Wengeler. „Der Grundgedanke, der zu Gründung von smartOPTIMO geführt hat – nämlich die Herausforderung Smart Metering im Verbund von Stadtwerken gemeinsam anzugehen – gilt heute mehr denn je. Wie groß und komplex die Aufgabe der Digitalisierung der Energiewende tatsächlich ist, hat sich in den letzten zwei, drei Jahren sehr deutlich herauskristallisiert. Heute gibt es keinerlei Zweifel mehr: Wir können diese gewaltige und existenziell wichtige Aufgabe nur gemeinsam schaffen.“

smartOPTIMO baut die gesamte Smart-Metering-Prozesskette und darauf basierende Mehrwertservices mit den Stadtwerken federführend auf und übernimmt für die Gruppe diverse operative Integrationsleistungen wie etwa Gateway-Administration, Systemintegration, Gerätebeschaffung und Schulung. Das spart Ressourcen, Zeit und damit Kosten.

Erweitertes Informations- und Kommunikationsangebot

Das A und O im Netzwerk sind Kommunikation, Informationsvermittlung und Wissenstransfer – nicht nur top-down, sondern auch horizontal zwischen den Fachkräften der beteiligten Stadtwerke. Da nach wie vor weitere Stadtwerke zum smartOPTIMO-Kreis hinzustoßen, ist ein breiter und zugleich differenzierter Austausch unerlässlich. Um sowohl dem dynamischen Wachstum im Netzwerk als auch der rasanten Marktentwicklung Rechnung zu tragen, hat smartOPTIMO das Kommunikationskonzept geschärft. Mit dem Stadtwerke-Treffpunkt Netz und dem Stadtwerke-Treffpunkt Vertrieb gibt es zwei übergeordnete marktrollenorientierte Info-Formate zu Themen rund um das Messwesen wie Steuern, E-Mobilität, Tarife, Mehrwertprodukte. Darunter sind jeweils themenbezogene Veranstaltungen angesiedelt wie das Kooperationsprojekt Technik und Plattformen für Themen wie CLS, Mehrwerte über mME und Wohnungswirtschaft.

Das Branchentreffen, das beide Marktrollen verbindet, ist das jährlich stattfindende Forum Netz und Vertrieb (nächstes Event am 25. November 2021). In dieser Veranstaltung geht es darum, den Rollout intelligenter Messsysteme aus einer größeren Flughöhe zu analysieren, die veränderlichen politischen und regulatorischen Anforderungen zu betrachten und über den Tellerrand zu schauen. Aktuell findet der Austausch rein digital statt, so auch das kommende Forum Netz und Vertrieb, das einmal mehr mit hochrangigen Referenten und einem spannenden > Vortragsprogramm lockt.

Warum der iMSys-Rollout stockt und das Erreichen der 10-%-Quote in Gefahr ist

Corona, OVG-Urteil, technische Probleme – der Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) ist durch diverse Umstände ins Stocken geraten. Ist das 10-%-Rollout-Ziel für Pflichteinbaufälle bis Februar 2023 in dieser Situation noch zu schaffen? Welche Botschaften erwartet die Branche von den diesjährigen > Metering Days? Darüber sprach energie.blog mit Dr. Fritz Wengeler, Geschäftsführer der Stadtwerke-Kooperation smartOPTIMO GmbH & Co. KG. In dem Netzwerk haben sich mehr als 80 Stadtwerke zusammengeschlossen, um die Digitalisierung des Messwesens gemeinsam zu bewältigen.

Dr. Fritz Wengeler, Geschäftsführer der smartOPTIMO GmbH & Co. KG, erläutert, warum der iMSys-Rollout stockt.

energie.blog (e.b): Auf der einen Seite wird im Fachdiskurs von iMSys-Voll-Rollout und immer neuen Anwendungen für die Smart Meter Gateways geredet, auf der anderen Seite hört und liest man von Schnittstellenproblemen zwischen Gateway-Administrations- und Abrechnungssystemen, die den iMSys-Rollout bremsen. Letztlich hat man den Eindruck: Der iMSys-.Rollout stockt. Wie verhält sich das aus Ihrer Sicht mit Wunsch und Wirklichkeit?

Wengeler: Der Voll-Rollout liegt natürlich im Interesse der Hersteller. Auch Signale aus der Politik deuten ja mittlerweile in diese Richtung, getrieben durch die Digitalisierung der Energiewende.  Klimaschutz haben sich ja alle möglichen Regierungsparteien als Ziel gesetzt. Da iMSys ein zentraler Bestandteil intelligenter Netze – erforderlich für das oben genannte Ziel – sind, sind die Vorgaben für mich in der Sache nachvollziehbar. Was dabei aber leider ausgeblendet wird: Ein Gesetz oder eine Verordnung ist schnell skizziert, aber wir haben bei der Umsetzung in der Praxis noch offene Baustellen, die Verzögerungen verursachen. Meine Wahrnehmung ist: Der Dialog in der Branche ist nun wichtig: Was wird schon beherrscht? Wo klemmt es? Wie löst man diese Probleme gemeinschaftlich? Nach wie vor fehlt es jedoch an den richtigen Rahmenbedingungen, weshalb alles zugegebenermaßen sehr lange dauert.

e.b: An welchem Punkt in der Prozesskette hapert es noch? Und warum?

Wengeler: Die Schnittstelle zwischen ERP-System und GWA-System wurde beim Aufstellen der Spielregeln bewusst nicht behördlich standardisiert. Das bedeutet, dass alle involvierten IT-Unternehmen in der Branche intensiv miteinander reden müssen, damit die Schnittstellen wie gewünscht funktionieren. Wir sind auf dem Weg dorthin. 2019 haben wir die ersten Gateways in Betrieb genommen, aber noch ohne Anbindung ans Abrechnungssystem. Bis Ende 2021 werden wir eine vierstellige Anzahl produktiver Gateways eingebaut haben, die auch an ein Abrechnungssystem angebunden sind. Das ist unter den gegebenen Umständen und mit Blick auf die Komplexität der Materie ein Erfolg. Aber es sind zwei Jahre vergangen.

e.b: Gibt es zu viele Anbieter von Gateways, GWA- und ERP-Software und demzufolge zu viele auszuprägende Schnittstellen, die den Stadtwerken das Leben schwermachen?

Wengeler: Nein, von zu vielen Herstellern würde ich nicht reden. Es gibt aktuell vier zertifizierte SMGW-Hersteller und jeweils rund ein halbes Dutzend Anbieter von GWA- und Billing-Software, mit denen wir es zu tun haben. Das ist überschaubar. Aber in puncto definierter Schnittstellen wünsche ich mir mehr konkrete Vorgaben oder Standards. Wir haben über 900 Stadtwerke in Deutschland, die datentechnisch unabhängig von der Marktrolle standardisiert sehr gut miteinander kommunizieren. Und die Situation wird mit jedem Update nicht einfacher. Umso wichtiger ist multilateraler Austausch zwischen den Systemanbietern untereinander, zwischen Systemanwendern und unserer Branche, aber auch ein Austausch der Stadtwerke untereinander. Hierfür versuchen wir mit unseren verschiedenen Info-Plattformen im smartOPTIMO-Netzwerk ein Forum zu schaffen.

e.b: Ist die 10-%-Quote noch zu schaffen?

Wengeler: Im smartOPTIMO-Netzwerk haben wir Stadtwerke, die optimistisch sagen: Ja, wir schaffen das, weil wir mittlerweile gut unterwegs sind. Andere Werke sind vorsichtiger mit einer Prognose, wähnen sich aber immerhin auf einem vernünftigen Weg zum Ziel. Diese Befindlichkeit deckt sich mit dem Stimmungsbild insgesamt: Für die gesamte Branche ist es eine sehr, sehr große Herausforderung, das noch zu schaffen. Das ist auch die Botschaft, die wir über die Verbände und im direkten Gespräch der Bundesnetzagentur übermitteln.

e.b: Fürchten Sie Sanktionen? Letztlich bedeutet das Verfehlen des 10-%-Ziels für Stadtwerke die Aberkennung der Grundzuständigkeit im Messwesen?

Wengeler: Dass es soweit kommt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wenn man sieht, dass die Politik bei der Gesetzgebung keine glückliche Hand hatte – siehe beispielsweise die Intervention durch das OVG-Urteil –, dass es hausgemachte technischen Schwierigkeiten gibt und dass die Corona-Pandemie sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle Abläufe erschwert hat, kann man nicht ultimativ die Zielerreichung einfordern. Wir bummeln ja nicht, sondern wir haben ein vitales Interesse daran, dass Smart Metering ins Rollen kommt. Dafür wurde unser Unternehmen gegründet. Allerdings ist die Prozesskette, die wir aufbauen müssen, unheimlich komplex. Das alles darf nicht ausgeblendet werden. Ich glaube nicht, dass die Bundesnetzagentur dieses Damokles-Schwert auf uns niedersausen lässt. Beim Redispatch 2.0 erleben wir aktuell eine ähnliche Situation, dass definierte Prozesse nicht termingerecht umgesetzt werden konnten. Dies liegt  teils auch an den noch nicht flächendeckend vorhandenen Smart Meter Gateways und fehlenden etablierten Prozessen, die man zum Schalten dezentraler Erzeugungsanlagen braucht. Aber um auf das 10-%-Ziel zurückzukommen: Noch ist der Zug ja nicht abgefahren.

e.b: Wann kommt der iMSys-Rollout denn in Schwung? Noch in diesem Jahr?

Wengeler: Es zeichnet sich ab, dass wir im nächsten Frühjahr die neue Marktverfügbarkeitserklärung bekommen und dass dann der Rollout richtig startet. Ein rasch wirksamer neuer rechtlicher Rahmen wäre elementar wichtig, um Handlungssicherheit zu haben. Andererseits beobachten wir in der täglichen Projektarbeit, dass die Systeme immer besser zueinander finden und die Datenaustauschprozesse stabiler laufen. Ich bin überzeugt, dass wir im nächsten Jahr einen riesigen Schub bekommen werden.

e.b: Sie haben auf die Bedeutung von Kooperation und Kommunikation hingewiesen, die smartOPTIMO unter den Netzwerkmitgliedern fördert. Warum ist beides – mit Blick auf ganz praktische Dinge – so wichtig und hilfreich?

Wengeler: Denken Sie an Themen wie Konzeptionierung, Gerätebeschaffung, Schnittstellenaufbau, Testen – bei diesen Dingen können wir hervorragend Skalierungseffekte nutzen. Wir befinden uns beispielsweise mit jedem ERP-Hersteller und den Stadtwerken, die diese Software jeweils nutzen, in Integrationsprojekten. Diese werden jeweils von einem Anbindungsmanager gesteuert, der alle Detailprojekte im Blick hat. Erst durch das Bündeln wird diese Aufgabe beherrschbar. Liefe es unkoordiniert, würde das sowohl die ERP-Anbieter als auch die Stadtwerke komplett überfordern. Dies ist auch vor dem Hintergrund ein wichtiger Aspekt, dass wir einen dramatischen Fachkräftemangel haben – gerade in unserem sehr speziellen Metier. Auch deshalb: Wir können es nur gemeinsam schaffen.

Der andere zentrale Vorteil der Netzwerkzugehörigkeit ist der fachliche Austausch. Aus dem Netzwerk höre ich immer wieder dankbare Stimmen, die mir spiegeln: Es ist für die Stadtwerke immens wichtig, dass Sie sich mit uns fachlich austauschen und nicht zuletzt auch untereinander reden können. Austausch ist für den Aufbau von Know-how und eine positive Grundstimmung immens wichtig.

e.b: Auf den Metering Days wird man Sie als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion sehen. Welche Impulse erhoffen Sie sich von der diesjährigen Veranstaltung?

Wengeler: Erstens, dass die Politik klare Vorgaben und Rahmenbedingungen setzt. Zweitens, dass die Politik zugleich Verständnis für die Branche hat und erkennt, welche Herausforderungen noch zu bewältigen sind. Und drittens, dass wir es schaffen, die Infrastruktur der Smart Meter Gateways mit smarten Lösungen und Produkten zum blühenden Leben zu erwecken.

e.b: Welche SMGW-Anwendungen sind Ihre primären Favoriten?

Wengeler: Ich sehe aktuell zwei Bereiche. Zum einen alle strombasierten Anwendungen, sei es nun zeit- und lastvariable Tarife oder die Steuerung von Ladesäulen, Speichern, Wärmepumpen und PV-Anlagen. Zum anderen Multi-Sparten und Submetering. Der Markt für Heizkosten-Abrechnung und das Messwesen der Versorgungswirtschaft wachsen zusammen. Beides lässt sich über das SMGW abbilden und organisieren

e.b: Welche Bedeutung hat das Smart Meter Gateway für die Energiewende?

Wengeler: Für mich ist es ohne Zweifel ein zentraler Enabler. Ich glaube, dass das Smart Meter Gateway gerade vor dem Hintergrund der aktuell durch die Decke schießenden Strom- und Gaspreise erheblich an Bedeutung gewinnen wird. Wer selbst Strom auf seinem Dach erzeugt, trägt zum Klimaschutz bei und macht sich von der Energiepreisentwicklung unabhängig. Der Trend zur dezentralen Stromerzeugung wird sich verstärken. Umso wichtiger werden intelligente Messsysteme und Smart Meter Gateways, um die neuen Energieflüsse im Stromnetz live messen und Erzeuger und Verbraucher intelligent steuern zu können. Ohne intelligente Messsysteme keine Smart Grids, ohne Smart Gids keine Energiewende. Ohne Energiewende kein Klimaschutz. Anders gesagt: Erst intelligente Messsysteme ermöglichen Klimaschutz.

e.b: Herr Dr. Wengeler, vielen Dank für das Gespräch!

smartOPTIMO und neun Stadtwerke starten Pilotprojekt: Visualisierung des Stromverbrauchs aus der modernen Messeinrichtung im Praxistest

Moderne Messeinrichtungen (mME) bringen ohne weiteres Zutun wenig Transparenz in den Stromverbrauch von Haushaltskunden. In der Phase 2 des Projekts „Plattform moderne Messeinrichtungen“ untersucht das Stadtwerkenetzwerk smartOPTIMO aktuell zusammen mit neun Stadtwerken, ob sich Haushalte mit weniger als 6.000 kWh Jahresverbrauch für eine Visualisierung ihres Stromverbrauchs via App interessieren. Dafür statten die Versorger ausgewählte Endkunden mit Geräten aus, die auf die digitale mME-Schnittstelle gesetzt werden und WLAN-basiert eine Datenkontrolle in Echtzeit ermöglichen.

Workshop und Beratung zu modernen Messeinrichtungen mME

Gestartet hatten smartOPTIMO und die Stadtwerke die erste Phase des Projektes bereits im Jahr 2020 mit einer Marktevaluation: Welche Möglichkeiten gibt es für Stadtwerke, Endkunden mit einer modernen Messeinrichtung Mehrwerte und Zusatzleistungen anzubieten? Dazu wurden zwei Anbieter ausfindig gemacht, deren Kundenlösungen nun in der Phase 2 in der Praxis erprobt werden sollen. Für das Pilotprojekt haben die beteiligten Stadtwerke jeweils eine geringe Anzahl von Geräten beider Anbieter bestellt und bauen diese aktuell bei ausgewählten Kunden ein – bei eigenen Mitarbeitenden („friendly user“) ebenso wie bei „echten“ Kunden.

Testprodukte mit ähnlichem Funktionsumfang

Die beiden für den Vergleichstest ausgewählten Auslesegeräte und Apps verfügen über einen ähnlichen Funktionsumfang. Beispielsweise ermöglichen sie die Hinterlegung eines Stromtarifs und die Visualisierung des historischen und aktuellen Stromverbrauchs auf mobilen Endgeräten. Sie warnen überdies bei Überschreitung der monatlichen Abschlagssumme, ordnen Stromverbrauch und -kosten einzelnen Elektrogeräten zu und machen die sonst erforderliche Zählerstanderfassung für die Jahresschlussrechnung obsolet.

In dem Pilotprojekt wollen die Stadtwerke beide Lösungen unter Realbedingungen technisch erproben und Erfahrungen sammeln. Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist es, die Kundenakzeptanz zu ermitteln: Wie groß ist das Interesse, sich regelmäßig und vertieft mit dem eigenen Stromverbrauch zu befassen? Gibt es die Bereitschaft, durch eigenes Verhalten und den Austausch von Elektrogeräten Strom und Kosten zu sparen? Und sind die Kunden bereit, für diesen Service etwas zu bezahlen? Im Pilotprojekt sind Geräteeinbau und -nutzung für die Endkunden kostenlos.

Kundenbefragung entscheidet über Markteinführung

Ein halbes Jahr lang wollen die Projektpartner die Technik nun live erproben, zusätzlich wird es eine Kundenbefragung geben. Fallen die Ergebnisse ermutigend aus, wird einer oder beide Hersteller gegebenenfalls fester Bestandteil des smartOPTIMO Produktportfolios. Rudi Zwick, der das Projekt moderne Messeinrichtungen beim Stadtwerkenetzwerk steuert, ist optimistisch: „In Deutschland werden bis 2032 insgesamt rund 42 Millionen moderne Messeinrichtungen verbaut. Selbst wenn sich nur ein kleiner Prozentsatz der betroffenen Endkunden für eine Visualisierung Ihres Stromverbrauchs interessieren würde, käme unter dem Strich ein erhebliches Volumen zustande. Für Stadtwerke lohnt es sich auf jeden Fall, diese Technologie und darauf basierende Services näher zu untersuchen und den Kunden ggf. entsprechende Angebote zu machen – nicht zuletzt mit Blick auf die Kundenbindung.“

Interessierte Stadtwerke können sich auch jetzt noch bei smartOPTIMO melden und kurzfristig an der Pilotphase teilnehmen. Ansprechpartner für die „Plattform moderne Messeinrichtungen“ ist Rudi Zwick.

Digitale Fachhappen für den Info-Hunger rund um den iMSys-Rollout - smartOPTIMO veranstaltet vom 9. - 18. Februar 2021 digitale Fachgespräche als E-world-Alternative

EEG-Novelle, steuerbare Verbrauchseinrichtungen, Energieeffizienzrichtlinie, Redispatch 2.0 – ein ganzer Strauß neuer Themen und Anforderungen tangiert den Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys). Der Informationsbedarf bei Stadtwerken und Energieversorgern ist entsprechend groß. Normalerweise würde die smartOPTIMO GmbH & Co. KG Kunden und Interessenten im Februar auf der E-world über neue Anforderungen und Lösungen im Messwesen informieren. Da dies pandemiebedingt unmöglich ist, veranstaltet das Stadtwerkenetzwerk ein eigenes Digitalformat, die E-world-Fachgespräche.

Zwei Mitarbeiter auf der E-World

Der Smart-Meter-Rollout schreitet trotz Pandemie weiter voran, und die Anforderungen an die digitale Messtechnik und damit verbundene Prozesse verändern sich ständig. Stadtwerke müssen sich mit den Nutzungsmöglichkeiten der intelligenten Messsysteme, der Umsetzung neuer Prozesse und dem Einritt in neue Märkte beschäftigen. Beispiel: Submetering für die Wohnungswirtschaft. „Der Einsatz von Smart Meter Gateways ermöglicht den Vertrieben der Stadtwerke neue Bündelprodukte anzubieten und Geschäftsmodelle zu erschließen“, erläutert Maximilian Joßbächer, bei smartOPTIMO Experte für diesen Fachbereich.

Einstündige Info- und Diskussionstermine zu diversen Fachthemen

Deshalb bietet smartOPTIMO vom 9. bis 18. Februar 2021 an sechs Tagen jeweils um 9.00 Uhr bzw. 14.00 Uhr einstündige Info- und Diskussionstermine mit verschiedenen Schwerpunktthemen zum Kennenlernen der Lösungen an. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Themenblöcke im Überblick:

  • Wohnungswirtschaft: Heizkostenabrechnung: Chancen und Risiken für Stadtwerke durch den Eintritt in ein neues Geschäftsfeld.
  • Kundenkommunikation: Rollout gestalten: Professionelle Kommunikation mit Letztverbrauchern.
  • Prozesse: Effizient und zukunftsorientiert - die Smart Metering Prozesse im Fokus.
  • Visualisierung: Visualisierung des Energieverbrauchs - gesetzliche Pflicht oder vertriebliche Kür?
  • Wettbewerblicher Messstellenbetrieb: das Smart Meter Gateway als Instrument für die Kundenbindung und -gewinnung
  • Stadtwerke Vertrieb: Smart Meter Rollout für Vertriebe - strategische Handlungsoptionen des Lieferanten vor dem Hintergrund des Smart Meter Rollouts.
  • Moderne Messeinrichtung: Mehrwerte für private Letztverbraucher auf Basis moderner Messeinrichtungen.

Weitere Details zu den Themen und Anmeldung unter https://www.smartoptimo.de/seminare/e-world-2021/

„Mit interessierten Stadtwerken ins Gespräch kommen“

„Wir wollen die E-world nicht ersetzen, aber Möglichkeiten für einen fachlichen Austausch bieten“, betont Ingo Lübke, bei smartOPTIMO Leiter Marketing und Veranstaltungsmanagement. „Wir freuen uns schon auf die E-world 2022. Aber wir wissen um den aktuellen Informations- und Lösungsbedarf in der Branche. Deshalb möchten wir die Tage rund um den ursprünglichen Messetermin nutzen, auf digitalem Wege mit Bestandskunden im Kontakt zu bleiben. Vor allem aber möchten wir – wie typischerweise auf der Messe – mit potenziellen Neukunden ins Gespräch kommen. Späteinsteigern können wir einen attraktiven Lösungsansatz bieten.“

 

smartOPTIMO GmbH & Co. KG

smartOPTIMO ist seit 2009 als Dienstleistungsunternehmen für Lösungen und Geschäftsmodelle im Zähl- und Messwesen aktiv. An den Standorten in Osnabrück und Münster beschäftigt smartOPTIMO über 140 Mitarbeiter. Zum Leistungsspektrum zählen Strategie- und Umsetzungsberatung, individuelle Dienstleistungen, operatives Zählergeschäft und Smart Meter Gateway Administration für die Realisierung der Energiewende. Die Philosophie von smartOPTIMO folgt dem Ansatz, alle technischen, vertrieblichen und wirtschaftlichen Herausforderungen rund um das zukünftige Messwesen Schritt für Schritt gemeinsam und mit Weitblick anzugehen. Alle Partner begegnen sich auf Augenhöhe und haben innerhalb des Netzwerks die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und mitzugestalten.

 

smartOPTIMO kooperiert mit KUGU und varys: Stadtwerke können je nach Wertschöpfungsstrategie die passende Submetering-Lösung wählen

Die smartOPTIMO GmbH & Co. KG kooperiert beim Submetering bzw. der Heizkostenabrechnung mit der KUGU Home GmbH (Berlin) und der varys. Gesellschaft für Software und Abrechnung mbH (Jena). Die beiden Unternehmen sind als Sieger aus einem Auswahlverfahren hervorgegangen, das der Osnabrücker Messwesen-Spezialist und Gateway Administrator gemeinsam mit mehreren Stadtwerken des smartOPTIMO-Netzwerks für den Tätigkeitsbereich Wohnungswirtschaft durchgeführt hat.

Vier Personen, die einem Vortrag zuhören und sich informieren

„Viele Stadtwerke eint, dass sie Submetering und Heizkostenabrechnung als sinnvolles neues Betätigungsfeld im Kontext des Smart-Meter-Rollouts und der Liberalisierung des gesamten Messwesens identifiziert haben“, erläutert Maximilian Joßbächer, der bei smartOPTIMO die Stadtwerke beim Aufbau des neuen Geschäftsfelds unterstützt. „Aber die Werke verfolgen unterschiedliche strategische Ansätze. Es gibt Unternehmen, die möglichst viele Teile der Prozesskette in Eigenregie organisieren wollen und die Abrechnung selbst durchführen möchten. Hier sehen die teilnehmenden Stadtwerke des Auswahlverfahrens den Kooperationspartner KUGU als besten Anbieter. Und es gibt Unternehmen, die Submetering und Heizkostenabrechnung per White-Label-Lösung zwar unter eigener Flagge anbieten wollen, sich um die operative Abwicklung aber nicht kümmern wollen oder können. Für diese Anforderungen bietet varys aus Sicht der teilnehmenden Stadtwerke das passende Angebot. Aufgrund dieser verschiedenen Bedarfe halten wir die Kooperation mit beiden Submetering-Spezialisten für sinnvoll.“

Bedarfsgerechte Lösungen für unterschiedliche Anforderungen

Die KUGU Home GmbH ist ein junges, innovatives Unternehmen, das Stadtwerken Dienstleistungen und vor allem Softwarelösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Submetering-Geschäft anbietet. KUGU legt bei ihren Lösungen den Fokus nicht nur auf die abrechnungsrelevanten Daten auf Wohnungsebene, sondern analysiert zudem Betriebsparameter aus zentralen Heizungsanlangen. „Unternehmen der Wohnungswirtschaft und Betreiber von Contracting-Anlagen werden die ab 2021 geltende CO2-Steuer voraussichtlich nicht komplett auf die Mieter umlegen können, sondern werden angehalten sein, selbst an der Effizienzschraube zu drehen. Und da ist die softwarebasierte Optimierung von Energieerzeugung und -bereitstellung eine vergleichsweise günstige Maßnahme, um die Energiekosten und den CO2-Ausstoß zu senken“, erläutert Christopher von Gumppenberg, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer von KUGU.

Die varys. Gesellschaft für Software und Abrechnung mbH bietet eine White-Label-Lösung für das gesamte Leistungsspektrum eines Heizkostenabrechnungsprozesses. varys, ein Unternehmen der Stadtwerke Jena Gruppe, agiert bereits seit vielen Jahren erfolgreich als unabhängiger Wärmemessdienstleister für Energieversorger. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Softwarelösungen zur Abbildung immobilienwirtschaftlicher Prozesse sowie zur Heizkostenabrechnung. Die Leistungen reichen von einzelnen Submetering-Modulen bis hin zum Angebot eines White-Label-Modells. Letzteres ist dabei besonders für Unternehmen interessant, die nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, dieses aber dennoch ihren Kunden anbieten möchten. „Die fachlichen und operativen Einstiegshürden in die Heizkostenabrechnungsdienstleistungen für die Wohnungswirtschaft erscheinen manchen Stadtwerken zu hoch. Die White-Label-Lösung der varys bietet hier Abhilfe und unterstützt einen risikofreien Einstieg in den Heizkostenabrechnungsprozess.“ so Marco Frommann, Geschäftsführer von varys. „Und natürlich, fühlt sich das Unternehmen befähigt, die Heizkostenabrechnung eigenständig durchzuführen, ist ein Wechsel vom White-Label in die Selbstabrechnung jederzeit möglich.“

Submetering – ein Gemeinschaftsprojekt

smartOPTIMO hat das duale Konzept gemeinsam mit mehreren Stadtwerken im Netzwerk erarbeitet und mit beiden Anbietern attraktive Konditionen ausgehandelt. Der Messwesen-Spezialist koordiniert den gemeinsamen Einkauf von Hardware und Montagedienstleistungen, um Skalierungseffekte zu erzielen. Darüber hinaus moderiert smartOPTIMO den Wissensaufbau und den Erfahrungsaustausch im Netzwerk.

„Wir wissen, dass die meisten Stadtwerke beim Submetering Orientierung und vielfältige Unterstützung brauchen und wünschen“, erläutert Maximilian Joßbächer die smartOPTIMO-Strategie. „Genau hier setzen wir an: Gemeinsam mit den Partnerstadtwerken bieten wir ein fertiges Produkt vom Know-how-Aufbau über Montage, Hardware, Software bis hin zu Verträgen und Vermarktungsunterlagen an – alles gemeinsam mit Stadtwerken entwickelt. Das Netzwerk freut sich auf Zuwachs, denn die Stadtwerke sind sich sicher: Nur in einer starken Kooperation können sie gegen die Platzhirsche bestehen.“

Intelligentes Messsystem ist das Bindeglied der Sektorenkopplung - Aufschlussreiches digitales Netz- und Vertriebsforum bei smartOPTIMO

Das Smart Meter Gateway wird zum Dreh- und Angelpunkt der integrierten Energiewende. Mehrere Referenten des Netz- und Vertriebsforums bei smartOPTIMO trafen diese Feststellung in ihren Vorträgen nahezu gleichlautend. Stadtwerke bekommen somit ein Werkzeug an die Hand, dass sie bei der Digitalisierung und nachhaltigen Gestaltung von Städten und Gemeinden in eine chancenreiche Schlüsselposition versetzt. Dass die im Stadtwerkenetzwerk smartOPTIMO vereinten kommunalen Versorgungsunternehmen auf einem guten Weg sind, sich dafür fitzumachen, war ein weiteres wichtiges Signal der jährlichen Info-Veranstaltung. Das Netzwerktreffen wurde erstmals rein digital durchgeführt – eine gelungene Premiere.

Ingo Lübke und Sebastian Icks moderierten das digitale Netz- und Vertriebsforum.

„Der Smart Meter verbindet den Energiemarkt mit dem Internet“, stellte Keynote-Sprecher David Baum vom Beratungshaus TRENDONE GmbH fest, als er Trends, Potentiale und Herausforderungen der Digitalisierung im Energiemarkt skizzierte. „Der Smart Meter ist nicht der einzige Baustein, aber ein ganz wichtiger, um die Energiewende möglich zu machen.“ Sebastian Jurczyk, Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, sagte in seinem Vortrag zur „Strategie 2030 der Stadtwerke Münster“: „Bei allen Themen der Sektorenkopplung brauchen wir intelligente Messsysteme. Sie sind das Bindeglied zwischen den Sektoren Energieversorgung, Wärmeversorgung und Mobilität. Für alle zukünftigen Tarife und Produkte, die wir planen, ist das intelligente Messsystem das Kopplungsstück oder der technische Ermöglicher.“

iMSys-Rollout trotz Corona auf einem guten Weg

Obwohl der Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) durch die Corona-Pandemie etwas ins Stocken geraten ist, ist die Branche auf einem guten Weg. Dies verdeutlichte VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels bei seinem Übersichtsvortrag über die Entwicklung der einschlägigen Gesetzgebung und mit Blick auf die aktualisierte Marktanalyse durch das BSI. Nachdem die zweite Corona-Welle für weitere praktische Probleme beim Ausrollstart gesorgt hat, setzt sich der VKU bei der Bundesnetzagentur dafür ein, bei der Einhaltung der Einbaufristen für die Messstellenbetreiber „zumindest Kulanz“ walten zu lassen.

Können die bislang vier zertifizierten Hersteller, PPC, Sagemcom Dr. Neuhaus, EMH Metering und Theben, Smart Meter Gateways (SMGW) in benötigter Stückzahl und zeitnah liefern? Diese Frage aus dem Chat beantworteten alle vier Anbieter im Rahmen ihrer Produktpräsentationen mit einem klaren „ja“. Andreas Pöhner, Geschäftsführer der Next Level Integration GmbH (NLI), sagte zu, alle Kraft vorrangig in den Hochlauf der operativen SMGW-Prozesse zu stecken. Die Stadtwerke im smartOPTIMO-Netzwerk nutzen die SMGW-Administrationssoftware von NLI.

Auch die anderen Partner des Forums signalisierten in ihren Kurzvorträgen Startbereitschaft. Dr. Thomas Götte, Geschäftsführer der GreenPocket GmbH, stellte Tools zur Visualisierung von iMSys-Messdaten für grundzuständige und wettbewerbliche Messstellenbetreiber vor. René Prahl, Geschäftsführer der Reisewitz OHG, berichtete über die Erfahrungen seines Unternehmens beim Rollout intelligenter Messsysteme in Österreich. Reisewitz unterstützt den iMSys-Rollout mit seinem Workforce Management-System.

Blick hinter die Kulissen einer Wohnungsgesellschaft

Im Fachforum Vertrieb präsentierten die Unternehmen Smart Red, aWATTAR und Kiwigrid innovative digitale Produkte und Services für einen smarten datenbasierten Energievertrieb. Wie die Wohnungswirtschaft sich auf die Digitalisierung einstellt, vermittelte Ingo Wöste, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Werdohl. Wöste ermunterte Stadtwerke, auf die Wohnungsbranche zuzugehen. „Stadtwerke haben gute Chancen bei der Wohnungswirtschaft, weil sie für Solidität und Gründlichkeit stehen.“

Neue Begriff nehmen Einzug: Redispatch 2.0 und künstliche Intelligenz

Im parallelen Netzforum stellte Carsten Saldenholz vom Beratungshaus CONSULECTRA Nutzen und Bedeutung der Smart Meter Gateways bei der Umsetzung von Redispatch 2.0 zur Netzstabilisierung und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Stadtwerkeprozesslandschaft vor. Die Stadtwerke als Verteilnetzbetreiber müssen künftig selbst Verantwortung für die Netzstabilität auf der Mittel- und Niederspannungsebene übernehmen. Christian Wessel und Dr. Mark Feldmann von smartOPTIMO-Schwesterunternehmen items GmbH erläuterten, wie künstliche Intelligenz in der Energiewirtschaft dazu beitragen kann, Aufgaben von Stadtwerken effizienter und serviceorientierter zu erledigen.

„2021 standardisiert und beschleunigt arbeiten“

Wie die über 100 teilnehmenden Personen war Dr. Fritz Wengeler, Geschäftsführer der smartOPTIMO GmbH & Co. KG, mit den topaktuellen Inhalten und dem unproblematischen Verlauf des ersten digitalen Netz- und Vertriebsforums sehr zufrieden. Sein Fokus richtete sich jedoch schon kurz nach Ende der Veranstaltung wieder auf die Praxis: „2020 war und ist für uns ein sehr forderndes Jahr. Trotz diverser einschränkender Maßnahmen durch die Corona-Pandemie inklusive zwei Monaten Kurzarbeit bei Ablesern und Monteuren haben wir es geschafft, intelligente Messysteme an den Start zu bekommen. Erste iMSys sind bei mehreren Stadtwerken aus unserem Netzwerk eingebaut und produktiv – weitere Piloteinbauten bei weiteren Stadtwerken folgen. Indem es uns gelingt, initiale Fehlerquellen und Kinderkrankheiten auszumerzen, schwingen sich die iMSys-Inbetriebnahme und die Systemintegration zunehmend ein, so dass wir 2021 tatsächlich standardisiert und beschleunigt arbeiten können. Beim Verbinden von vier IT-Systemen – iMSys, SMGW-Admin-Software, Telekommunikationssystem sowie Abrechnungssoftware, die zudem teils von wechselnden Anbietern stammen – steckt der Teufel oft in kleinen Details.“ Trotzdem sei man bei smartOPTIMO optimistisch, im kommenden Jahr intelligente Messsysteme mit steigender Anzahl bei den Mitgliedsunternehmen ausrollen zu können.

smartOPTIMO GmbH & Co. KG

smartOPTIMO ist seit 2009 als Dienstleistungsunternehmen für Lösungen und Geschäftsmodelle im Zähl- und Messwesen aktiv. An den Standorten in Osnabrück und Münster beschäftigt smartOPTIMO über 140 Mitarbeiter. Zum Leistungsspektrum zählen Strategie- und Umsetzungsberatung, individuelle Dienstleistungen, operatives Zählergeschäft und Smart Meter Gateway Administration für die Realisierung der Energiewende. Die Philosophie von smartOPTIMO folgt dem Ansatz, alle technischen, vertrieblichen und wirtschaftlichen Herausforderungen rund um das zukünftige Messwesen Schritt für Schritt gemeinsam und mit Weitblick anzugehen. Alle Partner begegnen sich auf Augenhöhe und haben innerhalb des Netzwerks die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und mitzugestalten.

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„Stadtwerke sind für viele Kommunen ein Fels in der Brandung“ - Interview mit Sebastian Jurczyk, Stadtwerke Münster

Stadtwerke erweisen sich in der Corona-Krise als Bastion der Stärke, weil sie nicht nur zuverlässig Energie und Trinkwasser zur Verfügung stellen, sondern ihre Kommunen auch als beständige Dividendenlieferanten stützen. Vor welchen Herausforderungen stehen kommunale Versorger konkret, und wie werden die Aufgaben bewältigt? Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH, gewährt Einblick in die Strategie eines Versorgungsunternehmens und gibt damit einen Ausblick auf seinen Vortrag im November beim Netz- und Vertriebsforum der smartOPTIMO GmbH & Co. KG.

Freundlicher Mitarbeiter am Schreibtisch

?: Energiewende, Digitalisierung, Covid-19: Welche Fixpunkte gibt es für Stadtwerke in diesen unsteten und von rasantem Wandel geprägten Zeiten? Wie positionieren sich die Stadtwerke Münster?

!: Stadtwerke befinden sich aktuell in einer vergleichsweise guten Position. Unser Geschäft, das früher gern als unsexy und eher bürokratisch betrachtet wurde, erweist sich in der Corona-Krise als sehr stabil. Weil wir mittels unserer Infrastrukturen etwas bereitstellen, das man gerade auch in Krisenzeiten weiterhin verlässlich braucht, nämlich Strom, Gas, Wärme, Telekommunikation usw. Darin liegt eine enorme Stärke. Deswegen glaube ich, dass viele Energieversorger wirtschaftlich mit einem blauen Auge aus dieser Krise hervorgehen werden. In der Gewissheit, dass man morgen nicht vor der Insolvenz steht, lässt sich unser Geschäft allerdings auch vergleichsweise besonnen managen. Das ist eine glückliche Ausgangslage.

„Stadtwerke stehen für gesellschaftliche Verantwortung“

?: Liegt in dieser relativen Stärke der Stadtwerke nicht auch eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung?

!: Ganz klar, das ist so! Stadtwerke stehen per se für gesellschaftliche Verantwortung. Das fordert die Politik ja auch ein, indem sie uns beispielsweise ein Zahlungsmoratorium bei säumigen Kunden auferlegt und wir aktuell auf Mahnungen und Sperrungen verzichten müssen. Das halte ich in dieser Situation für richtig. Auf der anderen Seite sind Stadtwerke für viele Kommunen ein Fels in der Brandung, wenn die Gewerbesteuereinnahmen zurückgehen. In dieser Situation ist es besonders wertvoll, dass Stadtwerke ihren Kommunen weiterhin eine stabile Dividende liefern.

?: Was ist in der aktuellen Situation wichtig bei der Unternehmensführung?

!: Wirtschaftlich betrachtet gilt: Cash is King. Jedes EVU muss auf seinen Cashflow achten, Investitionen und Budget austarieren, sodass man stabil durch das Jahr kommt. Genauso wichtig in einer solchen Krise ist ein ruhiges und besonnenes Management. Nach innen wie nach außen müssen die Kapitäne auf der Kommandobrücke das Gefühl vermitteln: Die Stadtwerke sind stabil und kriegen es hin. Technisch und wirtschaftlich werden wir unsere Aufgaben fraglos meistern. Am meisten Sorgen bereitet mir, wie unsere Mannschaft emotional durch den bevorstehenden harten Winter kommt. Alle sind schon ein bisschen angegriffen durch die erste Corona-Welle, viele haben im Sommer nicht richtig Urlaub gemacht. Deshalb haben wir zum Beispiel bewusst die Kantine offen gelassen, damit der emotionale Kitt ein Stück weit erhalten bleibt.

„Auch wir haben Herausforderungen zu bewältigen“

?: War oder ist die stabile Lage der Stadtwerke Münster in Gefahr?

!: Nein, uns geht es in einer prosperierenden Stadt wie Münster vergleichsweise gut. Aber auch wir haben selbstverständlich Herausforderungen zu bewältigen. Beispielsweise war und ist der ÖPNV-Bereich massiv betroffen. Zum Glück durften wir hier unter den Rettungsschirm schlüpfen. Wir spüren auch den sinkenden Strom- und Gasverbrauch bei unseren Geschäftskunden. Schon im März und April haben wir mit Budgeteinsparungen darauf reagiert. Zudem haben wir relativ früh eine zweite Kreditlinie dazu genommen, damit wir nie ein Cash-Problem bekommen.

?: Welchen Einfluss hat die Krise auf die Umsetzung der großen Herausforderungen in der Branche wie Energiewende und Digitalisierung?

!: Bei den Stadtwerken Münster orientieren wir uns an einer Strategie, die auf drei Säulen steht. Wer wollen wir sein –für die Stadt, für unsere Kunden und als Unternehmen? Für die Stadt lautet unser Slogan: „Wir sorgen für den Herzschlag Münsters und wir machen Münster grün“. Deshalb treiben wir die Energiewende in Münster proaktiv voran. Zum Beispiel wollen wir in zehn Jahren aus Wind und Sonne selbst so viel erneuerbare Energie produzieren, wie Münsters Haushalte verbrauchen. Bis 2029 sollen alle Busse in Münster entweder elektrisch oder mit Wasserstoff klimaneutral fahren. Und unser Heizkraftwerk im Hafen soll zukünftig zunehmend regenerative Energieträger nutzen.

„Müssen die Einfachheit der Produkte in den Vordergrund stellen“

?: Das dürfte die Kunden freuen. Was dürfen die darüber hinaus noch von den Stadtwerken Münster erwarten?

!: Unsere Botschaft an die Kunden lautet „Mit uns wird ein Haus zum Zuhause“. Wir wollen quasi der Lieblingsnachbar der Kunden sein. Dafür müssen wir die Einfachheit der Produkte stark in den Vordergrund stellen und das Portfolio bereinigen. Zweitens werden wir ein Dienstleistungsgeschäft rund um die smarte Nutzung erneuerbarer Energien aufbauen, also die Kunden beispielsweise bei Installation und Bewirtschaftung von PV-Anlagen, Energiespeichern und Infrastruktur für Elektromobilität unterstützen.

?: Deshalb drittens die Fokussierung auf die eigene Belegschaft, weil die dafür fitgemacht werden muss?

!: Ja, aber weniger in fachlicher Hinsicht, denn das Know-how dafür haben wir an Bord, sondern vor allem mit Blick auf das Zusammenwirken der einzelnen Bereiche im Unternehmen. Die Energiewende erfordert Sektorenkopplung, also auch die enge Zusammenarbeit aller Fachbereiche. Deshalb haben wir das Motto „Wir gewinnen gemeinsam“ gewählt. Wir müssen es schaffen, alle Bereiche unseres Unternehmens zu einer homogenen Einheit zusammenzuschweißen, dann wird auch die Energiewende in Münster erfolgreich funktionieren.

?: Mit items und smartOptimo haben die Stadtwerke Münster zwei ausgewiesene Digitalisierungsspezialisten als Töchter bzw. Beteiligungen unter ihrem Dach. Welche Rolle spielen diese Unternehmen im aktuellen Kontext?

!: Die Idee meiner Vorgänger, diese Unternehmen mit anderen Stadtwerken gemeinsam zu gründen, indem man zusammen Lasten verteilt und Größenvorteile nutzt, war genau richtig und sehr vorausschauend. Für alles, was wir strategisch planen, sind IT und Smart Metering für die Sektorenkopplung von höchster Relevanz. Damit sind die Bausteine smartOptimo und items wichtiger denn je.

„Jetzt schlägt die Stunde der Vertriebe“

?: Auf dem digitalen Netz- und Vertriebsforum der smartOPTIMO am 26. November werden Sie einen Vortrag zur Strategie der Stadtwerke Münster halten. Bewegt sich die Digitalisierung des Messwesens und damit verknüpfter Aufgaben in die richtige Richtung?

!: Nachdem das Thema Smart Metering bislang vor allem politisch und technisch diskutiert wurde, wünsche ich mir eine stärkere Fokussierung auf Kundenanwendungen und Kundennutzen. Es gibt sehr viele Ideen, die nun aber auch im Sinne der Kunden gedacht und umgesetzt werden müssen. Ich bin aber optimistisch, dass dies gelingt, denn der Aufbau der Infrastruktur war naturgemäß die Sache des Netzes und des darin verankerten Messwesens. Jetzt schlägt die Stunde der Vertriebe, die auf Basis digitaler Infrastrukturen für die Kunden attraktive Produkte und Services entwickeln müssen.

?: Herr Jurczyk, vielen Dank für das Gespräch! Wir sind sehr gespannt auf Ihren Vortrag beim Netz- und Vertriebsforum! Übrigens: Anmelden kann man sich dafür unter www.smartoptimo.de/nuv2020

Netzwerken in Zeiten von Corona: Stadtwerke-Netzwerk smartOPTIMO etabliert neue Kommunikationsstrukturen

Nichts ist wichtiger als Kommunikation und fachlicher Austausch, wenn sich für Unternehmen wichtige Dinge ändern. Dies gilt umso mehr, wenn – wie aktuell im Messwesen – durch die Einführung intelligenter Messsysteme sogar ein Paradigmenwechsel bevorsteht. Die Corona-Pandemie bedeutet auch für den fachlichen Diskurs in der Energiewirtschaft eine Zäsur. Aber sie markiert keineswegs sein Ende! Dank Digitalisierung verlagern sich Austausch und Informationsvermittlung auf andere Kanäle und Bühnen, wie das Beispiel smartOPTIMO zeigt. Das Stadtwerke-Netzwerk für Smart Metering reagiert flexibel auf die aktuellen Herausforderungen. Ingo Lübke, Leiter Marketing und verantwortlich für die Netzwerkveranstaltungen der smartOPTIMO, erläutert die Details.

Bildercollage über den gemeinsamen Austausch, Diskutieren und Netzwerken

Herr Lübke, smartOPTIMO ist bekannt als Netzwerk für kommunal und regional verankerte Stadtwerke und Energieversorger. Wie organisieren Sie momentan den Austausch und die Bereitstellung von Informationen?

Lübke: Unsere letzte Netzwerkveranstaltung vor Ort haben wir im März durchgeführt. Seitdem haben wir verschiedene Kommunikationslösungen entwickelt und umgesetzt, um den digitalen Austausch innerhalb des Netzwerks möglich zu machen und dabei auch eine gewisse Interaktivität zu erreichen. Dies gilt auch insbesondere für unsere Seminare, die wir aktuell fast ausschließlich digital durchführen. Ausnahmen sind Veranstaltungen mit starkem Hardware-Bezug, etwa zur Sicheren Lieferkette. Dafür haben wir entsprechende Rahmenbedingungen mit einem umfassenden Hygienekonzept geschaffen, um den geltenden Anforderungen vollauf gerecht zu werden.

Wie kommt das digitale Angebot bei Ihren Partnern im Netzwerk an?

Lübke: Die Resonanz ist sehr positiv. Natürlich wünschen sich viele wieder den persönlichen Austausch. Aber den Stadtwerken bietet das digitale Info- und Schulungsangebot auch wesentliche Vorteile: An virtuellen Veranstaltungen können mehr Personen teilnehmen. So gelingt es, das Know-how in den Unternehmen noch breiter zu verankern. Außerdem sinken Aufwand und Kosten für Dienstreisen in erheblichem Maße.

Das heißt, bei digitalen Veranstaltungen ist der Zuspruch größer?

Lübke: Mit unserem digitalen Netzwerk erreichen wir zurzeit tatsächlich mehr Teilnehmer als zuvor mit Präsenzveranstaltungen. Man muss berücksichtigen, dass wir bundesweit vertreten sind und die Entfernungen für einige Kunden teilweise sehr groß sind – auch wenn wir immer versuchen, die bestmöglichen Standorte für alle zu finden. Durch die digitale Kommunikation ist die Entfernung kein Thema mehr.

Mussten Sie Ihre Schulungen und Seminare den Anforderungen der digitalen Welt anpassen?

Lübke: Wir haben unser Grundkonzept virtualisiert, doch im Kern hat es Bestand! Der Grundgedanke des Formats, also der fachliche Austauschs auf Augenhöhe, hat sich in der virtuellen Welt nicht geändert. Dass dies funktioniert, ist eine wertvolle Erkenntnis, denn wir wollen die virtuellen Formate zukünftig fortsetzen.

Bedeutet dies das Ende der physischen Veranstaltungen bei smartOPTIMO?

Lübke: Die aktuelle Situation lässt Präsenzveranstaltungen nicht zu. Trotzdem ist der Wunsch nach persönlicher Kommunikation natürlich bei allen Beteiligten vorhanden. Sobald wir es für uns und unsere Kunden wieder verantworten können und die Kunden es auch möchten, werden wir wieder Vor-Ort-Veranstaltungen anbieten. Allerdings lässt sich mit Blick auf die aktuellen positiven Erfahrungen mit virtuellen Formaten sagen, dass es in einer Zeit nach Corona wohl auf ein hybrides Konzept hinauslaufen wird. Will sagen: Einen Teil der Veranstaltungen werden wir voraussichtlich auch künftig digital anbieten. Alle Beteiligten haben die Effizienz des digitalen Austausches schätzen gelernt. Aber ganz wichtig, für den März 2021 sind wieder regionale Veranstaltungen mit unseren Kunden geplant – vor Ort in der Nähe unserer Kunden mit persönlichem Austausch und entsprechenden Konzepten hinsichtlich Raum und Hygiene.

Für den 26. November 2020 hat smartOPTIMO das Netz- und Vertriebsforum angekündigt. Was erwartet die Teilnehmer bei der ersten virtuellen Konferenz?

Lübke: Eine ideale Gelegenheit, Netzwerken auf Distanz auszuprobieren! Ablauf und Programmstruktur sind vergleichbar mit dem bekannten Muster der Präsenzveranstaltungen. Sprich es gibt eine Anmeldephase, Keynote-Vorträge im Plenum, separate Fachforen für Netz und Vertrieb, und zwischendurch natürlich genügend Pausen zum Durchatmen aber auch zum Diskutieren. Wir konnten erneut erstklassige Referenten gewinnen, die zu aktuellen Fragen des Rollouts intelligenter Messsysteme Stellung beziehen werden. Auch viele Hersteller sind bei der Veranstaltung quasi als digitale Aussteller mit dabei, können sich präsentieren und mit unseren Kunden ins Gespräch kommen. In diesem Jahr sind dies EMH Metering, items, GreenPocket, reisewitz, PPC, Theben und Sagemcom Dr. Neuhaus. Auch unser Partner Next Level Integration ist mit einem Vortrag dabei. Sie sehen: Unsere größte Kunden- und Partnerveranstaltung bietet alles, was auch das physische Netz- und Vertriebsforum bieten würde. Nur eben keinen direkten persönlichen Kontakt. Wir freuen uns auf eine besonders spannende Veranstaltung – auch natürlich vor dem Hintergrund, dass am 31. Januar 2020 der Startschuss für den Rollout der intelligenten Messsysteme gefallen ist. In der Vergangenheit haben wir zwangsläufig Vieles unter Vorbehalt und simulativ diskutiert. Jetzt geht es um die gelebte Praxis!